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gospel und klassik
Musik verbindet die Menschen
In allen Zeiten und an allen Orten spielt(e) Musik immer dann eine zentrale Rolle, wenn Menschen gemeinschaftlich zusam- mentreffen.
Dabei können ihre Klanglichkeiten so unterschie- dlich sein wie die Anlässe, bei denen sie erklingt: Die Musik, die bei Opferritualen
und Mysterienkulten frühester Kulturen erklang, war zweifelsohne anders als diejenige, die während der letzten Jahrhunderte im
religiös-liturgischen Bereich oder gar bei Festen unserer Zeit gespielt wird. Aller stilistischer Andersartigkeit zum Trotze eint sie
jedoch alle die Fähigkeit, die zuhörenden oder musizierenden Menschen zu bewegen und – zumindest bezogen auf die Zeit, in der die Musik
(nach-)wirkt – zu verbinden.
Verkündigung des Evangeliums durch Musik
Genau an diesem Punkt setzt auch eine wesentliche Ziel- setzung der Kirchenmusik an: Bereits Augustinus hebt die Wirkung des
Klanges auf die Seele und die Gefühlswelt der Gläubigen hervor, die gemeinsam singend Gott loben, ihm danken und ihre Bitten vortragen.
In unseren christlichen Traditionen werden mit der Kirchenmusik aber noch weitere Fähigkeiten zugesprochen: In Verbindung mit biblischen
oder anderen religiösen Texten stellt sie eine genauso angenehme wie ergreifende Form der Verkündigung des Wortes Gottes dar. Nicht zuletzt
deshalb räumen ihr Luther, Melanchthon oder Gerhardt einen so hohen theologischen Wert ein. Wesentlich ist dabei, dass sich der mitteilende
Charakter der Musik nicht auf die rein verbale Botschaft beschränkt, sondern die Menschen auf einer gefühlsmäßi-
gen Ebene oft noch weit
eindrücklicher erreicht.
Verbindung von Gospel und Klassik
Diese Kombination aus Verkündigung sowie dem sehr in- tensiven und persönlichen Erleben von Glauben durch die Musik verbindet ohne Umwege oder
Rechtfertigungen zwei Bereiche der Kirchenmusik, die nicht selten als kaum zu vereinbarende Antipoden abgestempelt werden: die soge- nannte
klassische Kirchenmusik europäischer Prägung und den afroamerikanischen Gospel. Umso spannender wird es,
zu erfahren, mit welchen musikalischen
und textlichen Mit- teln diese beiden kirchenmusikalischen Stilrichtungen trotz ihrer unterschiedlichen Entstehungs- und Entwicklungszu- sammenhänge
bzw. ihrer andersartigen Aufführungsbedin- gungen ihre ihnen gemeinsame Zielsetzung erreichen.